Die HangoverBoys, der Totalwaschgang ¨downhill¨ und die Schlammwueste im Nirgendwo
Eingequetscht zwischen absolut noch party-verkorksten, den letzten Rausch auspennenden Daenen, im Vorderteil drei MamaSoehnchen aus GoodOldGermany sowie eine amerikanische Labertasche par excellence (nebst Begleitung natuerlich) rumpelte der Bus morgens durchs Heilige Tal. Konnte mir teilweise das Lachen nicht verkneifen, wie sich die Jungs mit ihrem Kater quaelten ... vorbei an InkaRuinenFetzen, BergSteinhuetten, wo der Mais zum Trocknen ausgelegt ist, nahmen wir Kurs auf den hoechsten Punkt - Abra Malaga - 4350m ue.M. - und augenblicklich beim Oeffnen der Tuer haute der Himmel sowas von eine Ladung Nass runter, dass ich mich wirklich fragte, ob das jetzt den ihr Ernst ist!!! Aber Widerworte - Null Chance - und so schwangen wir uns auf die Raeder, keine zwei Sekunden spaeter, und alles, aber auch wirklich ALLES an mir war bis auf die Unterhose durchgenaesst!!
Der Oesterreicher, an mir talbawaerts vorbeipreschend sagte nur lakonisch zu mir: ¨Und DAFUER haben wir auch noch bezahlt!!!¨
Durch ueberquellende Rinnsaele, Flussbaeche auf der Strasse und ner maechtig ins Gesicht klatschenden Wasserfront erreichten wir nach 46km (nach Aussage des Guides! Ich bin mir da nich so sicher! Kam mir weniger vor!) den Talboden aka Santa Maria aka eine einzige Schlammwueste. Nach drei Versuchen schlaengelte ich mich sogar einigermassen gekonnt durch diesen ¨Mist¨ zur Hospedaje hin+zurueck. Erste ¨Trockenlegung¨ im nicht wirklich warmen Zimmer ... ¨Ich brauche nen Ofen oder ALKOHOL hier!!!!¨
Wir alle sendeten Gebete nach oben, dass wir morgen nasstechnisch verschont bleiben wuerden, waren doch die Hauptanziehsachen schon laengst alle ¨durch¨!!!
Day2: Santa Maria-Santa Teresa
Schwitzen mit Kriegsbemalung, himmlische Guacamole und die perfekte Belohnung zum Schluss
5:30 Uhr - Der Wecker klingelt. Muerrisch steige ich in meine noch nassen Boots - hilft ja alles nix, vielleicht werden sie ja beim Laufen trocken?
Der Kaffee beim desayuno wird in Essigflaschen! serviert, in solch MiniPortioenchen, dass G.fish halblaut zu protestieren beginnt - und alle wissen bereits vom ersten Morgen an, dass mit mir um diese Uhrzeit, so kurz nachm Aufstehn nich gut KirschEssn ist - Lisa, die bereits jetzt, um 6:00 Uhr! dauertalkende Amerikanerin, schreit durch den Raum: ¨Jaa, bringt ihr doch den verdammten Kaffee und gebt ihr endlich ne Zigarette!!!¨
7:00 Uhr - Der Marsch beginnt. Es liegen 23km vor uns, davon die ersten zehn im SteilstAnstieg! Mit ¨tausenden¨ Pausen dazwischen, Huhndoktor bei der Arbeit-Zuguckn, versteckten Hinterhoefen, ¨KriegsbemalungsStunde¨ vom Guide hoechstpersoenlich, kleinen ¨Memmen¨ und daenischer Jukebox stoehnen wir uns einen alten InkaPfad entlang nach oben, vorbei an CocaPlantagen, Avocados in den Baeumen und maechtiger SteilAbwaertsLage nach unten in den Abgrund.
Mittag in einer kleinen Huette im GruenGebuesch - hier hab ich die beste Guacamole meines bisherigen Lebens gegessen!!! Aber eigentlich war nach diesem vormittaeglichen Schweissbad ALLES lecker!!!
Nach ner kurzen Haengemattestunde die restlichen Kilometer in Angriff genommen, dabei die ueblsten Flusslaeufe ueberquert - und als waer das nicht schon Abenteuerspielplatz genug - zum Schluss noch der Ultimativ-Spass: Ueber den wilden Fluss verlief ein Kabel, daran eine kleine TragetaschenKonstruktion fuer zwei Leute - und na klar, der G.fish muss es den HeulBoys aus Dtl. zeigen, dass ICH niemanden zum rueberziehn brauche!!!
Und dann ... kam der Heaven: Die HotSprings von Santa Teresa! Ein wahrer Traum! Einfach reinfallen lassen ins badewannenwarme Wasser und treiben lassen.
Wie NEUGEBOREN entstieg ich dem Pool, und war auf einmal tierisch muede vom HeissGang!
Das Bettchn wartete schon - alle anderen entluden ihre aufgestauten, angeheitzten Energien in der einzigen TouriBar in Town - es soll recht spaet (oder auch frueh, je nachdem aus welchem UhrzeitWinkel frau es betrachten moechte) geworden sein fuer so manchen!
Ich hielt mich aus allem Gesaufe-Geflunker-Geflirte raus.
DAS hier war MEIN WEG!!
Day3: Santa Teresa-Aguas Calientes
Der ¨IguazuWasserfall¨ von Peru, Schienenlauf im Eiltempo und die lukende Spitze von M.P.
An diesem Tag stiefeln wir lediglich zu viert im mogendlichen WetterMischmasch los - alle anderen - die ¨Faulsaecke¨ - die haben das ZipLinen vorgezogen! Und verpassten doch glatt mal unzaehlige ImmensWasserfaelle, die aus den Bergen geschossen kamen, ne FastExplosion, quietschgelbe WegMonster, den Checkpoint M.P. und hoechstamuesante Stories von Lisa, die schon mehr Laender bereist hat, als ich wahrscheinlich jemals schaffen werde!!!
Den Rest der 20 Tageskilometer legten wir nach der Mittagspause in WahnsinnsGeschwindigkeit zurueck - Auch kein Wunder! Hatte es doch ¨puenktlich¨ zum Marschbeginn wieder dermassen fett zu schuetten angefangen, dass mal wieder ALLES totalst durchwaessert war!!
Aber: Zum ersten Mal geriet ich in einen wahren MarschRausch - alles um mich herum verschwand, der Regen, die Leute, die Schienen; der Blick nur nach unten gerichtet, im Hintergrund brauste der ¨wilde Fluss¨, der uns schon seit Tag Nº2 begleitet hat. Ab+zu blickte ich auf die gewaltigen, uns umzingelnden Berge hinauf ... die Rueckwand von M.P. und der ¨Heilige Berg¨ Huaynapicchu waren schon zu sehen - fuehlte sich so unwirklich an. Ich driftete ab, in meine ¨WhyWhy?¨-Gedankenspielchn und stellte fest, dass alles bisher einen Sinn gehabt hatte - Der Sinn der PILGERSCHAFT - DER WEG - inkl. Koerpertest, TotalDurchnaessung, Regenbad, erstes Rausschwitzn von allem Scheiss, Kopfbereinigung Schritt eins, Seelenstreicheln im Warmwasserbad, nochmaliges Durchweichen mit der finalen Purification im Kopf!!!
Ich streifte alles von mir, alle bisherigen Erlebnisse, Maennergeschichten, ¨Angstzustaende¨, Reisemachenschaften - Es geht hier jetzt nur um mich!, dachte ich. So wie ich gerade EINFACH NUR BIN! Im stroemenden Regen, neben vorbeiprausenden Zuegen, vor der Gruppe und, nach zwei Stunden DauerMarsch, in Aguas Calientes - auch MacchuPicchuTown genannt.
Day4: Aguas Calientes-Macchu Picchu (und zurueck nach Cusco)
Absolute Hoechstspannung, ein ueber-gepushter G.fish und die Ruhe auf dem Berg
Hier folgt nun der SpontanGedankenSchnipsel, den ich nach 7 Stunden ¨Dauer-Koerper-Geist-Stress¨ und der finalen Herausforderung Huaynapicchu (Guide: ¨Es wird hart! Vielleicht denkt ihr, ihr sterbt gleich! Aber am Ende werdet ihr euch wie neugeboren fuehlen!¨) zu Papier gebracht habe...
11:41 Uhr Macchu Picchu - Huaynapicchu - Peru
Ich starre hinunter, auf die ¨Verlorene Stadt¨.
Nach dem zweiten ¨NeugeborenWerden¨, on top of THE HEAVEN above earth.
Sigur Ros´ elegische Klaenge zur unendlichen Weite, die dieser Moment gerade atmet.
Das letzte Hemd habe ich sprichwoertlich gegeben, auch ¨Peru¨ ist nun klatschnass!
Ganz ruhig liegt sie da unter mir.
Das ¨Mysterium¨.
Die ¨Legende¨.
Der ¨Traum¨.
Das ¨Ewigraetsel¨.
Das Ziel.
Die ¨Erfuellung¨.
Von hier oben - ganz ehrlich - sind es eigentlich ¨nur¨ ein paar Ruinen - ok, der ¨alles entscheidende¨, so bildpraegende Berg fehlt natuerlich - auf dem bin ich ja gerade, hahah -
Und was ist jetzt nun eigentlich mit der verdammten ¨Magie¨ hier?
Habe waehrend des ganzen Stress des Vormittags nicht mal nen Hauch davon verspueren koennen- aber ich glaube, das Gefuehl fuer diesen Ort erarbeitet man-frau sich!!! Das faengt irgendwann, zwischen Tag 2+3 an, teils mit Schweiss-Regenwasser-Enjoyment-Konzentration, teils mit fiktiven Bildern-Wuenschen-Erwartungsgedanken angefuellt, und dieser WEG ist es, der dich an diesem Ort dann endlich dich ganz selbst sein laesst!!!
Nichts als in diesem Moment hier auf diesem Berg zu sitzn, Zeit und Ort vergessend, kein Vergangenes, kein fragendes NachVorneblicken.
Nur hier.
Nur jetzt.
Nur ich.
Zwischen Himmel und Erde und Unterwelt - alles vereint an diesem Punkt.
Verdammt bin ich dankbar! Fuer diesen Tag (jaa, auch fuer das Wetter, das bisher so ¨artig¨ war! Aber nach all dem RegenScheiss der letzten Tage, da brauch ich nich mal Sonne hier!!! Alles so hundsnebensaechlich!!!)
Mehr zaehlt nicht!
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