Viertes Level - weiter hinein geht nicht. Hinuntergeschlittert auf dem Allerwertesten. Wir treffen auf eine Gruppe Minenarbeiter. Die sind mächtig angepisst - haben sie doch seit letzter Woche keinen Lohn gesehen, und wissen eben auch nicht, ob es diesmal Geld geben wird. Es ist "Angry-Tuesday" - der Alkohol fliesst "in Strömen", und die zusätzliche Flasche Singani, die wir als Geschenk mitgebracht haben, wird mehr als dankend angenommen.
| CRAZIE!!!! Guy. |
"El Rambo" oder "El Terminator" - das sind die Spitznamen, die die Arbeiter - halbnackt im Dunkel grabend wegen der bleiern-drückenden Luft - sich selbst gegeben haben. Mit Schaufel, Schubkarre und Dynamit (das wir als weiteres "Mitbringsel" überreichten!!) arbeiten sie sich immer weiter in den Berg hinein. Verdienen vielleicht an die 300 Bolivianos am Tag (weniger als 30€!!); angesichts der bloßen Handarbeit, der beengend-staubigen Bedingungen und fehlenden Schutzkleidung mehr als dürftig.
Während wir im Schwitzkasten nen Schluck des Feuerwassers zum Probieren gereicht bekommen, donnert über uns eins-zwei-drei Mal die Decke ... Dynamitexplosionen irgendwo, nicht weit entfernt. Das ist einer der Gründe, warum wir vor Beginn der Minentour eine freiwillige Erklärung unterzeichnen mussten: "... there is a chance that an accident can occur in the mines. ... For example, in the case of a cave-in in the mine, you will be in as much danger as the workers ..."!!! Und so bröseln denn auch fette Steinbrocken auf uns hernieder....
Im "Minenkarren" - hinten die Boys unsrer Gruppe, vorn "Dani", unser Guide als "Esel" - rattern wir an hauchengen, kristallschimmernden Wänden vorbei, es knarzt und quietscht, die Männer schweißgebadet. Nur ein Fünkchen dessen, was die Minenarbeiter jeden Tag leisten müssen - waren wir zwei Mädels doch nicht mal annähernd eine volle Gesteinsladung schwer!!!
| El Tío. Der Hund. Ähm Teufel. |
| The Sexy Llama Fuckers! Yes! |
Dani grinst wie ein schelmischer Hund - er, als "Ex-Miner", macht diese Ausflüge in den surrealen Untergrund ja auch schon seit sechs Jahren. Davor sieben Jahre selber im Schacht schuftend. Er stopft sich nur weiter seine CocaBlätter in den Mund - dabei ist er einer der "Glücklichen", stirbt der "DurchschnittsArbeiter" in den Minen nach ZEHN Jahren voll Staub, Hitze, Schwefelausdünstungen, Beinhart-Explosionen und Verschüttungen!!!!
Potosí - ExtremMinenErfahrung, die SO im über-safe Europa wohl nicht gemacht werden kann!!
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